Tanz mit Tod im Leben

Künstlerische Aspekte der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Sterblichkeit vom Mittelalter bis heute waren die Inhalte einer multimedialen Installation im großen Foyer der Fachhochschule in Meschede. Schwerpunkt und Blickfang war die 17 Meter lange und 2 Meter hohe digitale Fotoreproduktion des „Totentanz der Marienkirche in Lübeck“.

Auf diesem außergewöhnlichen Druck sind unter den einzelnen Bildern eine neuhochdeutsche Prosaübersetzung der mittelniederdeutschen Verse des Originals aus dem Jahr 1463 zu sehen. Der Übersetzer dieser Faksimiles ist Prof. Dr. Harmut Freytag aus Lübeck, der bei der Vernissage den geschichtlichen Hintergrund und die soziokulturellen Inhalte dieses bedeutenden Totentanz-Frieses erläuterte.

Vier große Monitore boten Filme, Musik, Fotos und Texte zum Thema. Dabei war der jeweilige Ton über eine „Klangdusche“ zu hören. Spezielle Lautsprecher, die sich oberhalb des Zuschauers befinden und sich durch Bewegungsmelder ein- und ausschalten strahlen den Ton so gerichtet nach unten ab, dass die Nachbarstationen nicht gestört werden.

Abgerundet wurde die Ausstellung durch die Reproduktion des Großgemäldes „Triumph des Todes“ von Thomas Jessen, Tiere in Glasvitrinen zum Thema „Fabeln der Vergänglichkeit“ von Christoph Mause sowie Zeichnungen zum Thema „Leben mit dem Tod“ von mehreren Schulen aus der Region.

„Diese Ausstellung hat auf zeitgenössische künstlerische Art Lebensfreude vermittelt“, so der Kurator Ulrich Rützel. Sie war dem „Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst Meschede“ gewidmet, der 2018
sein 20-jähriges Bestehen feierte.

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